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Mysteriöse Tiere, die im Marianengraben leben

Marianengraben Tiefe

Im Marianengraben befindet sich die tiefste Stelle im Ozean

Mit einer Länge von etwa 2’500 km und einer Breite von ca. 70 km ist der Marianengraben einer der letzten Orte, in dem man in einem U-Boot verloren gehen möchte. Der Graben befindet sich im Westen des pazifischen Ozeans, genauer gesagt zwischen den Philippinen und den Marianeninseln. Der Graben wurde im Jahre 1875 mit dem Marinekriegsschiff HMS Challenger das erste Mal entdeckt. Dabei wurde allerdings lediglich der Umriss des Grabens dokumentiert.

Eine Art Seil wurde hier runtergeworfen. Dabei konnte man eine minimale Tiefe von acht Kilometern nachweisen. Doch in diese Tiefe zu tauchen war zur damaligen Zeit unmöglich. Der erste Tauchgang in den Marianengraben fand erst fast ein Jahrhundert später, im Jahre 1960 statt. Zwei Ozeanographen, nämlich der Amerikaner Don Walsh und der Schweizer Jacques Piccard tauchten mit dem U-Boot Trieste das erste Mal zum Grund des Marianengrabens.

Der Druck ist sehr lebensfeindlich für die meisten Tiere

Der Grund des Marianengrabens ist die tiefste Stelle im ganzen Ozean und auch Teil des sogenannten Challenger Tiefs, welches sich fast elf Kilometer unter der Wasseroberfläche befindet. In einer solchen Tiefe dringt nicht einmal der geringste Funke Sonnenlicht ein. Der Druck im Wasser ist hier etwa 1’000 Mal so hoch wie an der Wasseroberfläche. Nur für hoch spezialisierte Lebensformen, die sich im Verlaufe von etlichen Millionen Jahren an diese lebensfeindlichen Umstände angepasst haben, können hier überleben.

Mit solch zumindest für uns lebensfeindlichen Umständen ist es kein Wunder, dass dieser Graben kaum bis gar nicht erforscht ist. Es ist viel leichter ins Weltall zu fliegen, als in solche Tiefen zu tauchen. Doch wie schon bereits erwähnt gibt es tatsächlich Tiere, die diesen düsteren Lebensraum Heimat nennen.

Doch welche Bewohner hat man denn bis heute schon gefunden? Welche Tiere leben in den dunkelsten Tiefen der Ozeane?

Tiefsee-Drachenfisch

Tiefsee Drachenfisch

Der erste Bewohner des Marianengrabens aus dieser Liste ist der Tiefsee-Drachenfisch. Sein Körper ähnelt stark dem eines Aals und er wird in der Regel bis zu 15 cm lang. Er beheimatet Tiefen von bis zu 1’800 Meter unter der Wasseroberfläche. Zwar kann der Tiefsee-Drachenfisch im Gegensatz zu den Kreaturen seiner Namensgebung, nämlich Drachen, kein Feuer spucken, allerdings verfügt er über Biolumineszenz.

So kann er beispielsweise mit seinen Augen eine Art Lichtstrahl erzeugen. Doch das ist nicht alles. Er kann auch Licht mit seinem ganzen Körper erzeugen. Dieses dient, wie auch so ziemlich bei allen anderen selbsterleuchtenden Tieren, für die Jagd oder die Paarung.

Kragenhai

Kragenhai

Das nächste Tier auf unserer Liste ist ebenfalls Aal-förmig aufgebaut. Die Rede ist vom Kragenhai. Der Kragenhai wurde das erste Mal im späten 19. Jahrhundert vom deutschen Ichthyologen (= Fischforscher) Ludwig Döderlein entdeckt. Diese Art wird auch als ein „lebendes Fossil“ bezeichnet, da es schon seit etwa 80 Millionen Jahren die Tiefen der Ozeane durchstreift.

Zu finden gibt es dieses Tier oftmals in Tiefen von 1’000 bis 1’500 Metern unter der Wasseroberfläche. Mit einer Länge von bis zu zwei Metern und angsteinflößenden Zähnen ist der Kragenhai ein Tier, dem man sicherlich nicht ungeschützt im Wasser begegnen möchte.

Riesenassel

Riesenassel

Kommen wir nun zum nächsten Einwohner des Marianengrabens, und zwar zur Riesenassel. Dieses Tier sieht so aus, als würde es der Feder eines Science-Fiction-Autors entstammen und wäre sicherlich eine passende Ergänzung zu einer Vielzahl von Gruselfilmen. Dieses Lebewesen sieht zwar wie ein Insekt aus, gehört allerdings zur Familie der Krebse.

Mit einer Länge von bis zu 40 cm ist die Riesenassel ein gutes Beispiel für Tiefseegigantismus, denn andere Asseln, die nicht in der Tiefsee leben, erreichen in der Regel nur Längen von einigen Milli- oder Zentimetern. Riesenasseln werden oft in Tiefen von bis zu zwei Kilometern gefunden. Dort sind sie perfekt auf das Leben am Grund angepasst und ihre beiden antennenartigen Fühler dienen zur Navigation und Orientierung.

Seegurke

Seegurke

Die Seegurke verfügt weder über Biolumineszenz noch über angsteinflößende Zähne. Stattdessen ist sie mit einer Vielzahl von Saugnäpfen ausgestattet. Es gibt mittlerweile über 1’200 verschiedene Arten von Seegurken. Nicht alle leben aber in der Tiefsee, denn eine Vielzahl bewohnen Gebiete, die sich sehr nahe an der Wasseroberfläche befinden.

Eine sehr interessante Fähigkeit von einigen Seegurken-Arten ist, dass sie Teile ihres Körpers einfach ohne weiteres ausscheiden können. So schießen sie beispielsweise innere Gedärme auf Jäger, um diese zu verwirren. Die ausgeschiedenen Teile des Körpers sind in manchen Fällen sogar giftig und können den Jägern starken Schaden zufügen. Glücklicherweise für die Seegurken wachsen diese ausgeschiedenen bzw. geteilten Körperteile wieder nach.

Vampirtintenfisch

Vampirtintenfisch

Ein weiterer Bewohner des Marianengrabens ist der Vampirtintenfisch. Diese Tiere gehören zu den urzeitlichsten Lebensformen der heutigen Zeit, denn die Art existiert wahrscheinlich bereits seit unglaublichen 300 Millionen Jahren. Das ist lange bevor die ersten Dinosaurier überhaupt entstanden sind. Deswegen wird der Vampirtintenfisch ebenfalls als ein „lebendes Fossil“ bezeichnet.

Zu finden gibt es dieses bis zu 30 cm lange Tier oftmals in Tiefen von einem Kilometer. Sein angsteinflößendes Aussehen lässt einen suggerieren, dass der Vampirtintenfisch seine Beute auf eine brutale Art und Weise verspeist. Doch tatsächlich ernährt sich dieses Tier wahrscheinlich ausschließlich von Meeresschnee, was im Grunde nichts anderes als herabgefallenes organisches Material von der Wasseroberfläche ist.

Tiburonia

Tiburonia

Tiburonia ist eine faszinierende Quallenart aus der Tiefsee. Anders als die meisten Quallen verfügt Tiburonia nicht über lange Tentakeln. Diese sind nämlich vergleichsweise zum Körper sehr kurz. Das bis zu einem Meter große Tier wurde das erste Mal im Jahre 1993 entdeckt, jedoch erst zehn Jahre später, und zwar 2003 klassifiziert.

Obwohl die Fangarme relativ gesehen klein sind, ist der Körper an sich für Quallen sehr groß. Damit ist auch Tiburonia ein Beispiel für Tiefseegigantismus. Den Namen verdankt es dem Tiburon, also dem Tauchgerät, welches dieses Tier damals das erste Mal entdeckt hat. Tiburonia hält sich meistens in Tiefen von 600 bis 1’500 Metern auf.

Viperfisch

Viperfisch

Der Viperfisch ist ein Verwandter vom Tiefsee-Drachenfisch. Auch sein Körper ist Aal-förmig aufgebaut. Die beiden scharfen Fangzähne ähneln stark an eine Viper-Schlange, deswegen auch die Namensgebung. Mit sehr hoher Geschwindigkeit verfolgen Viperfische ihre Beute, ehe sie sie mit den spitzen Zähnen aufspießen.

Viperfische werden in der Regel 30 bis 40 cm lang. Zu finden gibt es diese Tiere meistens in Tiefen von einem bis zwei Kilometer unter dem Meeresspiegel. In der Nacht allerdings tauchen sie auch in Tiefen von bis zu 500 Metern auf, um die Beutetiere aus den oberen Schichten der Tiefsee zu jagen. Mit selbsterzeugten Lichtern locken sie die ahnungslose Beute an. Wurde die Beute erstmals mit den Fangzähnen gebissen, so ist die Fluchtchance fast Null.

Fangzahnfisch

Fangzahnfisch

Der Fangzahnfisch ist der letzte Tiefseebewohner, der in diesem Beitrag vorgestellt wird. Aufgrund seines bemerkenswerten Aussehens wird dieser Fisch unter anderem auch „Ogerfisch“ genannt. Er erreicht eine Länge von bis zu 15 cm, ist daher also eher ein kleiner Bewohner des Marianengrabens. Der Fangzahnfisch hat im Verhältnis zu seinem Körper ein riesiges Maul. Wissenschaftler vermuten, dass er über eines der größten Zähne im Verhältnis zum Körper im Tierreich verfügt.

Es ist leider kaum bis gar nichts über dieses Tier bekannt. Das ist auch kein Wunder, denn es lebt normalerweise in Tiefen von fünf Kilometern unter der Wasseroberfläche. Wie auch der Viperfisch steigt er für die Jagd etwas näher an die Wasseroberfläche. Das Jagdverhalten des Fangzahnfischs kann man nicht gerade als effizient bezeichnen. Für die Jagd beißt das Tier einfach so in allem rein, was sich gerade in der Umgebung befindet und entscheidet dann, ob es essbar ist oder nicht.

In diesem Video wird der Beitrag als Dokumentation präsentiert!

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